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Stand: 07.08.2009

Glossar zum Thema Schildkröten

Geschlechts-Abkürzungen

a,b,c

a » männliche Tiere
b » weibliche Tiere
c » Jungtiere (Geschlecht noch unbekannt)

2,5,4 bedeutet also: 2 Männchen, 5 Weibchen und 4 Jungtiere mit unbekanntem Geschlecht.

Fachbegriffe und Fremdwörter

A    B    C    D    E    F    G    H    I    J    K    L    M    N    O    P    Q    R    S    T    U    V    W    X    Y    Z

A nach oben
adult

erwachsen, geschlechtsreif.

Abszess Ansammlung von Eiter, einer dicken, gelblichen Flüssigkeit, die durch Bakterien-, Protozoen- oder Pilzbefall des Gewebes verursacht wird.
anaerob

Anaerobier: Lebewesen, das ohne Sauerstoff leben kann. Der Stoffwechsel der Anaerobier ermöglicht es ihnen, Energie aus sauerstofffreien Nährstoffen zu gewinnen. Meist geschieht das durch Gärung, aber in manchen Fällen, z. B. an heißen Quellen der Tiefsee, sind dafür chemische Reaktionen mit anorganischen Verbindungen verantwortlich. Alle Anaerobier sind einfach gebaute Lebewesen, z. B. Hefen oder Bakterien. Arten, die in Gegenwart von Sauerstoff absterben, nennt man obligate Anaerobier; die übrigen heißen fakultative Anaerobier.

Anatomie

(griechisch anatome: Sektion), Teilgebiet der Medizin und Naturwissenschaft, das sich mit dem Körperbau der Lebewesen beschäftigt. Die Anfänge der Anatomie reichen bis in vorgeschichtliche Zeit zurück. Jahrhundertelang beschränkte sich das anatomische Wissen im Wesentlichen auf Beobachtungen an sezierten Tieren und Pflanzen. Um den Körperbau richtig zu verstehen, muss man aber auch die Funktionsweise eines lebenden Organismus kennen. Deshalb ist die Anatomie fast untrennbar mit der Physiologie verbunden, die man manchmal auch funktionelle Anatomie nennt. Als eine der grundlegenden Wissenschaften vom Leben ist die Anatomie sowohl mit der Medizin als auch mit verschiedenen Teilgebieten der Biologie eng verknüpft.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Anatomie zu untergliedern. Eine Einteilung richtet sich nach der taxonomischen Zugehörigkeit der untersuchten Lebewesen: Man unterscheidet Anatomie der Pflanzen und Anatomie der Tiere. Zur Tieranatomie zählt man auch die Anatomie des Menschen (siehe unten) und die vergleichende Anatomie, die sich mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Körperbau der verschiedenen Tiergruppen beschäftigt. Man kann die Anatomie aber auch anhand biologischer Vorgänge gliedern: So spricht man z. B. von der Entwicklungsanatomie, die sich mit der Reifung des Embryos beschäftigt, und von der pathologischen Anatomie, deren Untersuchungsgegenstand erkrankte Organe sind. Andere Bereiche wie die chirurgische Anatomie beziehen sich auf die Verbindung der Anatomie mit weiteren Tätigkeitsfeldern, der allgemeine Oberbegriff ist angewandte Anatomie. Eine weitere Einteilung orientiert sich an den jeweils benutzten Methoden; ein Beispiel ist die Mikroanatomie, die sich mikroskopischer Beobachtungen bedient (siehe den Abschnitt über die Geschichte der Anatomie).

Anomalie Missbildung, Abweichung von der Norm.
Antibiotikum (griechisch anti: gegen; biotikos: zum Leben gehörig), von Bakterien, Pilzen, Flechten, Algen und höheren Pflanzen oder anderen Lebewesen produzierte chemische Verbindungen, die zur Abtötung oder Wachstumshemmung infektiöser Organismen angewandt werden.
Apathie Empfindungslosigkeit, Teilnahmslosigkeit; häufig Erschöpfungserscheinung; Symptom bei vielen Erkrankungen.
apathogen nicht krankmachend
Ascariden

Spulwürmer; die mit am häufigsten vorkommende Wurmart bei Reptilien.

B nach oben
Balantidien Einzeller-Art
Biotop Abgeleitet von griechisch bios (das Leben) und topos (der Ort), Lebensraum einer Lebensgemeinschaft (Biozönose) mit relativ einheitlichen Lebensbedingungen, der daher durch eine charakteristische Flora und Fauna (Pflanzen- und Tierwelt) – allgemein durch eine bestimmte Organismenzusammensetzung – gekennzeichnet ist.
C nach oben
Carapax Rückenpanzer der Schildkröten
Cestoden Bandwürmer
Ciliaten Wimperntierchen (Einzeller-Art)
D nach oben
Dehydration hochgradiger Verlust von Wasser; Austrocknung des Organismus
E nach oben
Einzeller

Einzellige Organismen (Bakterien, Algen, Protozoen), bei denen nur eine einzige Zelle in der Lage ist, sämtliche Funktionen zu erfüllen, die bei den vielzelligen Organismen auf verschiedene Zellgruppen verteilt sind.


Wimpertierchen wie dieses Paramecium sind einzellige Organismen, die sich durch winzige, haarförmige Strukturen (Cilien genannt) fortbewegen.

Ektoparasiten

auf der Körperoberfläche eines Wirtes lebende Parasiten, die Hautgewebe fressen oder Blut saugen. Zu dieser Gruppe zählen Zecken, Blutegel, Milben, Läuse und Flöhe u.a. Zur Verankerung am Wirt sind zahlreiche körperliche Besonderheiten ausgebildet wie Klammerbeine, Saug- oder Haftnäpfe, Stech- oder Saugrüssel. Ektoparasiten sind ohne Wirt, je nach Spezialisierung, mehr oder weniger lange überlebensfähig.

Ekzem entzündliche, chronische, nicht ansteckende Krankheit der Haut.
Endoparasiten

im Körperinneren eines Wirtes lebende Parasiten, die je nach Spezialisierung alle Organe und Gewebe befallen können. Der Tod des Wirtes ist bei zu starkem Befall möglich. Endoparasiten reduzierten im Laufe ihrer Anpassung meist ihre Sinnesorgane, erhöhten aber die Anzahl der Gonaden (Keimdrüsen), um eine verstärkte Vermehrung zu erreichen. So produzieren beispielsweise Spul- und Bandwürmer bis zu 60 Millionen Eier jährlich, die vorzugsweise mit dem Kot des Wirtes abgesetzt und damit verteilt werden. Endoparasiten wie Leberegel (siehe Saugwürmer) haben oft komplizierte Lebenszyklen mit Zwischenwirten entwickelt.

Exsikkose Austrocknung des Körpers nach starkem Flüssigkeitsverlust (Durchfall, Erbrechen etc.), verbunden mit Störungen des Mineralhaushalts. Als Folge verringern sich meist sehr akut die flüssigen Bestandteile des Blutes, was zu einem Schockzustand führen kann. Anzeichen für eine Exsikkose sind trockene Schleimhäute, Durst, der jedoch aufgrund von Bewusstseinseintrübungen häufig nicht wahrgenommen wird, sowie fehlende Harnausscheidung. Es besteht die Gefahr eines Kreislaufversagens. Erforderlich ist die sofortige Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolytlösungen.
Exkremente
die vom Körper nichtverwertbaren Stoffe aus der Nahrung, im engeren Sinne Harn und Kot.
F nach oben
Filarien Fadenwürmer
Fissur Spalte, Furche, Einschnitt, Riss
Flagellaten formenreiche Gruppe von Einzellern mit einer oder mehreren Geißeln; rund 6000 bekannte Arten.
Fraktur

Fraktur, Bruch des Knochens oder verknöcherten Knorpels.

G nach oben
Gastritis akute oder chronische Entzündung der Magenschleimhaut. Charakteristische Kennzeichen der Gastritis sind häufig die Zersetzung der oberflächlichen Zellen in der Magenschleimhaut sowie die Bildung körniger Knoten und Blutungen. Bei der chronischen Gastritis findet man Wucherungen aus faserigem Schleimhautgewebe. Begleitet ist die Krankheit häufig von Gewichtsverlust und verzögerter Entleerung des Mageninhalts. Betroffene leiden unter heftigem Magendruck, Völlegefühl, Magenschmerzen, Übelkeit und eventuell Erbrechen.
Genese Entstehung, Entwicklung
Geschlechtsdimorphismus Auftreten zweier durch das Geschlecht unterscheidbarer Formen einer Art.
H nach oben
Habitat Bezeichnung für den engeren Wohnraum eines Organismus. Gemeint ist der Bereich, in dem sich dieser Organismus (Tier oder Pflanze) aufhält, in dem er seine Lebensansprüche verwirklichen kann. In der Literatur wird für Habitat gelegentlich der Begriff Biotop benutzt. Letzterer umfasst aber die gesamte Lebensgemeinschaft oder Biozönose eines Lebensraumes. Der Begriff Habitat muss vom einzelnen Organismus her betrachtet werden. So ist beispielsweise ein kleiner Wald ein heterogenes Habitat für einen Käfer, der Blattläuse jagt, aber ein homogenes Habitat für einen Nager, der am Waldboden Samen aufsammelt. Derselbe Wald kann wiederum Teil des Habitats eines Mäusebussards sein, der ihn als Platz für seinen Brutbaum auswählt, aber in den umliegenden Freiflächen auf Jagd geht. Das Habitat spielt bei der Gestaltung des Lebenszyklus eines Organismus (und seiner natürlichen Selektion) eine entscheidende Rolle. Ein Habitat ist so einzigartig wie der Organismus: Kein Habitat gleicht einem zweiten.
herbivor herbivore Tiere = Pflanzen fressende Tiere
Herpetologie (griechisch herpetos: kriechen), Zweig der Zoologie, der sich mit der Erforschung von Amphibien und Reptilien befasst; er beinhaltet u. a. deren Taxonomie (Klassifizierung), Anatomie, Verhalten, Verbreitung und Ökologie. Viele Herpetologen spezialisieren sich und erforschen eine einzige Gruppe lebender oder die Fossilien ausgestorbener Arten. Diese Wissenschaft beschäftigt sich auch mit den Giften dieser Tiere und zunehmend mit dem Schutz und der Erhaltung von Arten.
Hexamiten Geißeltierchen-Art
Hibernation Winterstarre, Stoffwechselzustand von wechselwarmen Tieren, die ihre Körpertemperatur der Umgebungstemperatur anpassen müssen. Um im Winter nicht zu erfrieren suchen wechselwarme Tiere wie Reptilien und Amphibien frostfreie Verstecke auf, in denen sie ihre Körperfunktionen auf ein Minimum beschränken, um so in einem Starrezustand den Winter zu überleben. Fische und Frösche überdauern im Schlamm bzw. am Bodengrund von frostsicheren Seen und Weihern.
Hygiene Gesundheitslehre - die vorbeugende Medizin, d.h. die Gesamtheit aller Bestrebungen und Maßnahmen zur Verhütung von Krankheiten und Gesundheitsschäden beim Einzelnen (Individualhygiene) und bei der Allgemeinheit (Allgemeinhygiene), besonders hinsichtlich der durch das Zusammenleben der Tiere entstehenden bzw. drohenden Erkrankungen.
I nach oben
Immunsystem Abwehrsystem des Wirbeltierorganismus gegen Krankheitserreger und körperfremde Antigene (Antigen-Antikörper-Reaktion).
Inappetenz Appetitlosigkeit
Inkubation Das Erbrüten von Eiern, auch Zeitigung genannt.
intramuskulär in einen Muskel hinein, in einem Muskel gelegen, (i.m.)
intraperitoneal in der bzw. in die freie Bauchhöhle, (i.p.)
irreversibel nicht umkehrbar, nicht rückgängig zu machen, nur in einer Richtung ablaufend.
J nach oben
juvenil jugendlich
K nach oben
Karzinom Abkürzung CA, vom Deckgewebe (Epithel) ausgehende bösartige Geschwulst (Tumor).
Kloake Körperöffnung, in die sowohl das Exkretionssystem als auch das Genitalsystem mündet. Ein derartiger Körperbau findet sich bei Amphibien, Reptilien, Vögeln und einigen Säugetieren. Letztere sind die Kloakentiere, bei denen der Enddarm in den Urogenitalgang mündet, der in der Kloake endet.
L nach oben
Läsion Verletzung
M nach oben
Marginale Randschilde des Carapax´
Melanom

Geschwulst (Tumor) an Haut/Schleimhaut.

Mykose Pilzkrankheit
N nach oben
Nekrose lokaler Gewebstod in einem lebenden Organismus
Nomenklatur
das System der Fachbezeichnungen auf einem Wissensgebiet, besonders in den Naturwissenschaften; z.B. Teilgebiet der biologischen Systematik, das sich mit den wissenschaftlichen Namen der Tiere und Pflanzen beschäftigt.
O nach oben
Ödem Anschwellung im Unterhautzellgewebe durch Wasseransammlung.
oviopar eierlegend
Oxyuren

Madenwürmer; die mit am häufigsten vorkommende Wurmart bei Reptilien.

Die folgenden Bilder wurden uns freundlicherweise von Dr. Peter Neu zur Verfügung gestellt.


Oxyuren - Pfriemenschwänze (stark vergrößert)


Oxyuren - Pfriemenschwänze (sehr stark vergrößert)

P nach oben
Parasit ein- oder mehrzellige Pflanze (= Phytoparasit) oder Tier (= Zooparasit) als Lebewesen, das sich auf (= Ektoparasit, -phyt) oder in (= Endoparasit, -phyt) einem anderen Lebewesen (»Wirt«) auf dessen Kosten ernährt, u. zwar mit (= pathogener P.) oder ohne Verursachung von Krankheitserscheinungen (= apathogener P.).
pathogen krankmachend
oral zum Mund bzw. zur Mundhöhle gehörig, durch den Mund (= peroral).
Plastron Bauchpanzer der Schildkröten
Pneumonie Lungenentzündung
poikilotherm wechselwarm
Prognose begründete Vorhersage, besonders die nach Untersuchung und Diagnosestellung auf Grund der ärztlichen Erfahrung gestellten Vorhersage über den zu erwartenden Krankheitsverlauf.
prophylaktisch »Vorbeugung«, individuelle u. generelle Maßnahmen zur Verhütung drohender Krankheiten.
Q nach oben
R nach oben
Rachitis Knochenveränderung-, erweichung; durch Störung des Calcium- und Phosphatstoffwechsels charakterisierte Erkrankung, die auf Vitamin-D-Mangel (zu wenig UV-Strahlung) beruht.
reinfektion Wiederansteckung (z.B. bei parasitosem Befall über die Exkremente)
rezidivieren wiederkehrend (Rezidiv), »Rückfall« einer Krankheit
S nach oben
semiadult halberwachsen
Sepsis Blutvergiftung
Septikämie Vorhandensein von Bakterien im Blut
Subcutan unter der/die Haut, (z.c.)
Stoffwechsel (Metabolismus), die Gesamtheit der biochemischen Umwandlungen im pflanzlichen, tierischen und menschlichen Organismus, der als offenes System mit seiner Umgebung in Materie- und Energieaustausch steht. Der Stoffwechsel dient dem Aufbau, Umbau und der Erhaltung der Körpersubstanz sowie der Aufrechterhaltung der Körperfunktionen.
suboptimal annähernd optimal
ssp. Abkürzung für Subspecies, Rasse (z.B. Testudo graeca ssp.)
Symbionten Lebewesen, die sich gegenseitig von Nutzen sind und zusammen in einer "Symbiose" leben
T nach oben
Terrarium Terrarium, Behälter, in dem ein Biotoptyp nachgebildet ist. Er dient vor allem der Haltung von Reptilien, Amphibien oder Insekten, kann aber auch ausschließlich als botanisches Terrarium, beispielsweise für Kakteen oder Moorpflanzen, angelegt sein. Gebäude zoologischer Gärten, in denen Tiere gezeigt werden, nennt man ebenfalls Terrarien. Terrarien bestehen aus einer Glasverkleidung, die mit einem stabilen Rahmen eingefasst ist, wobei für ausreichende Belüftung, Belichtung und Temperaturregulation zu sorgen ist. Eine Kombination von Aquarium und Terrarium wird als Aqua-Terrarium bezeichnet.
Titer Anzahl an wirksamen Stoffen in einer Probe (z.B. Antikörper im Blut)
Toxin Toxine, organische Substanzen, die im Stoffwechsel von Lebewesen (z. B. Bakterien, Pflanzen, Pilzen und Tieren) gebildet werden und eine schädliche oder tödliche Wirkung auf die Zellen anderer Organismen haben.
Toxisch giftig
U nach oben
Ulcus Geschwür; z.B. Ulcus ventriculi oder Ulcus duodeni, Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwür.
Urate Salze der Harnsäure
UV Ultraviolettes Licht
V nach oben
Virusinfektion eine durch Viren hervorgerufene Infektion
Vorzugstemperatur Körper-Kerntemperatur bei der alle Stoffwechselvorgänge optimal ablaufen können (bei Landschildkröten ca. 35°C).
W nach oben
Wurmkur Behandlung eines Wurmbefalls
X nach oben
Y nach oben
Z nach oben
Zeitigung Erbrütung von Eiern
Zellulose Hauptbestandteil der pflanzlichen Zellwände.
Zoonose auf den Menschen übertragbare Tierkrankheit. Zoonosen können durch Viren, Bakterien, Pilze, Protozoen, Würmer verursacht werden; z. B. Pest, Milzbrand, Tularämie, Tollwut, Psittakose, Trichinose, Abortus Bang.
Zyste Zyste, geschlossene Gewebskapsel, die dünn- oder dickflüssiges, manchmal krankhaftes Material enthält, auch Fremdkörper. Die Zystenwand, aus faserigem Bindegewebe oder Muskelfasern bestehend, ist auf der Innenseite mit Epithel ausgekleidet.



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