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Stand: 10.01.2008

Das Freilandgehege des Verfassers.
Abb. 1: Das Freilandgehege des Verfassers.
Foto von Dominik Müller
Weibliche Griechische Landschildkröte im Gehege.
Abb. 2: Weibliche Griechische Landschildkröte im Gehege.
Foto von Dominik Müller

Wie ich unter Grundsätzliches bereits geschrieben habe, muss das Freigehege so naturnah wie möglich gestaltet werden. Dazu nehmen wir uns den natürlichen Lebensraum als Vorbild und schauen, wie die Habitate der adulten Tiere geschaffen sind.

Größe des Freilandgeheges

Versteckt vor der heißen Mittagssonne.
Abb. 3: Versteckt vor der heißen Mittagssonne.
Foto von Dominik Müller
Balzverhalten im Sommer 2005.
Abb. 4: Balzverhalten im Sommer 2005.
Foto von Dominik Müller

Für zwei ausgewachsene Tiere empfehle ich eine Größe von 20m². Da eine Zuchtgruppe immer aus mehr Weibchen als Männchen bestehen muss, ist das optimale Verhältnis 1:3. Hier wäre eine Größe von 30 - 40m² empfehlenswert. Wir halten unsere Zuchtgruppe auf ca. 50m² inkl. Gewächshaus-Schutzhütte.

Bodenbeschaffenheit

Steinige Böden lassen den Boden schneller abtrocknen.
Abb. 5: Steinige Böden lassen den Boden schneller abtrocknen.
Foto von Dominik Müller
Größere Kalksteine sind auch etwas für's Auge.
Abb. 6: Größere Kalksteine sind auch etwas für's Auge.
Foto von Dominik Müller

Die Böden im natürlichen Lebensraum sind sehr kalksteinhaltig, karg und steinig, sodass das Wasser bei Regengüssen wieder schnell absickert und die Pflanzen nur spärlich wachsen und diese nur im Frühling und Herbst richtig saftig und grün sind. Der Boden des Freigeheges sollte daher auch entsprechend aufbereitet werden. Dazu haben wir zu Beginn mit dem Rasenmäher alles auf die kürzeste Stufe runtergeschnitten. Dann wurde der gesamte Boden etwa 20 cm tief umgegraben und es wurden Hügel und Senken geformt. Anschließend wurde die Erde mit Flußsand und Kalksplitt aus einem Kalksteinwerk (alternativ kann auch Dolomitkalk verwendet werden) vermischt und nochmals gut umgegraben. Erst dann wurde mit der Bepflanzung begonnen.

Bepflanzung

Große Kräuterwiese im Freilandgehege.
Abb. 7: Große Kräuterwiese im Freilandgehege.
Foto von Dominik Müller
Blüte der Mariendistel
Abb. 8: Eine Blüte der Mariendistel.
Foto von Dominik Müller

Die Bepflanzung spielt eine wichtige Rolle, denn es müssen zum Einen genügend Futterpflanzen vorhanden sein, welche die Tiere für die richtige Ernährung und ein gesundes Wachstum benötigen. Dabei ist darauf zu achten, dass den Tieren wenig proteinhaltige Pflanzen, sondern vielmehr ballaststoff-, vitamin-, mineralstoff- und kalziumreiche Wildkräuter zur freien Aufnahme zur Verfügung stehen. Geeignete Futterpflanzen finden Sie auf der eigenen Seite. Fertige Samenmischungen erhalten Sie auf http://www.samenkiste.de

Kriechkiefern spenden Schatten und bieten Schutz.
Abb. 9: Kriechkiefern spenden Schatten und bieten Schutz.
Foto von Dominik Müller
Mittelmeerpflanzen bringen den mediterranen Flair.
Abb. 10: Mittelmeerpflanzen bringen den mediterranen Flair.
Foto von Dominik Müller

Zum Anderen brauchen die Tiere auch einige Busch- bzw. Strauchpflanzen unter denen sie Schatten finden und sich ausruhen können. Desweiteren haben wir noch ein paar Pflanzen in das Gehege gepflanzt, die auch im natürlichen Biotop der Tiere vorkommen und somit etwas mediterranen Flair in das Gehege bringen. Da wären z. B. Lavendel, Salbei, Ginster, Pampasgras, Hibiskus, Feuerlilie, Taglilie, Rosmarin, Thymian, Origano, Basilikum, Fetthenne, Ysop, Kriechkiefer uvm.

Hügel zur Eiablage

Weibchen bevorzugen zur Ablage sonnige Plätze.
Abb. 11: Weibchen bevorzugen zur Ablage sonnige Plätze.
Foto von Dominik Müller
Die Hügel sollten möglichst bewuchsfrei bleiben.
Abb. 12: Die Hügel sollten möglichst bewuchsfrei bleiben.
Foto von Dominik Müller

Um den Weibchen einen geeigneten Platz für die Eiablage zu bieten, sollten immer mehrere Eiablagehügel geschaffen werden, denn wenn ein Weibchen keinen geeigneten Platz findet, kann es zu einer Legenot kommen. Diese Hügel bestehen aus einem 50:50 Gemisch aus humoser Erde und Spielsand um eine optimale Grabfähigkeit zu gewährleisten. Der Hügel selbst sollte nicht bepflanzt werden, damit ihn die Sonne jederzeit bestrahlen kann. Lediglich rundherum wurden von uns einige Pflanzen als Sichtschutz angebracht, denn Männchen sollten die Weibchen bei einer Ablage auf keinen Fall stören können!

Versteck- und Klettermöglichkeiten

Äste werden von den Tieren gerne untergraben.
Abb. 13: Äste werden von den Tieren gerne untergraben.
Foto von Dominik Müller
Steine stellen Herausforderungen aber kein Problem dar.
Abb. 14: Steine stellen Herausforderungen aber kein Problem dar.
Foto von Dominik Müller

Neben den Büschen und Sträuchern haben wir noch einige Äste, Wurzeln, Baumstämme und Steine in das Gehege intergriert, die Sichthindernisse darstellen. So können sich die Tiere auch aus dem Weg gehen und begegnen sich nicht ständig.

Futter- und Wasserplatz

Wasser muss täglich frisch angeboten werden.
Abb. 15: Wasser muss täglich frisch angeboten werden.
Foto von Dominik Müller
Blüten sind bei Schildkröten heiß begehrt.
Abb. 16: Blüten sind bei Schildkröten heiß begehrt.
Foto von Dominik Müller

Einen festen Futterplatz halte ich für unnötig, da sich die Tiere selber Futter suchen können und auch sollten. Man muss bedenken, dass Landschildkröten Weidegänger sind und somit ständig an einer anderen Stelle Nahrung aufnehmen. Ein fester Futterplatz wäre unnatürlich, denn der größte Teil der aufgenommene Nahrung sollte wieder in Bewegung umgesetzt werden.
Eine Trink- und Badeschale muss in jedem Fall vorhanden sein, damit die Tiere jederzeit Wasser aufnehmen und sich an heißen Tagen auch mal mit einem Bad abkühlen können. Deshalb sollte die Wasserstelle auch im Schatten platziert werden.

Gehegeumrandung

Bei der Einfriedung des Geheges in darauf zu achten, dass man kein Materialien verwendet an denen sich die Tiere verletzen könnten. Damit meine ich spitze Ecken, scharfe Kanten etc. Auch größere Schlitze sollte es nicht geben, da die Tiere dort leicht mit ihren Krallen hängen bleiben und sich Verletzungen zuziehen können.

Die Höhe sollte bei Jungtieren 25cm nicht unterschreiten um einem Überklettern vorzubeugen - gerade in den Ecken treffen meist mehrere Tiere aufeinander und könnten so leichter über die Umrandung klettern. Desweiteren sollten sich keine Busch- oder Strauchpfanzen direkt an der Gehegeeinfriedung befinden, da schon so manch ein Tier diese als Brücke benutzt hat um hinüber zu kommen.

Geeignete Umrandungen sind zum Beispiel

Rollpalisaden aus Holz

Holzpalisaden
Foto: Dominik Müller
+
Schön anzusehen und natürlich
-
Verrotten schnell (2-4 Jahre)

Holzbretter

Holzbrettkonstruktion
Foto: Dominik Müller
+
Leicht zu errichten, als Geländer nutzbar
-
Verrotten im Erdreich relativ schnell

Pflanzsteine und -ringe

Pflanzsteine
Foto: Dominik Müller
+
Bepflanzbar, leicht aufzustellen und zu versetzen, verrotten nicht
-
Rauhe Oberfläche, sodass sich die Tiere den Panzer verschrammen können

Natursteinmauer

Natursteinmauer
Foto: Wolfgang Wegehaupt
+
Schön anzusehen und natürlich, verrotten nicht
-
Nicht wieder zu versetzen, mühevoll zu errichten

Einige Halter und Züchter schreiben, dass eine Einlassung von 30cm in den Boden nötig sein, um ein Untergraben zu verhindern. Ich konnte meine Tiere allerdings noch nie dabei beobachten, dass sie versucht haben, sich unter der Umrandung durchzugraben. Wenn das Gehege groß genug ist und entsprechend strukturiert wurde, versuchen die Tiere meiner Meinung nach auch nicht auszubrechen.

Schutzhütte - Gewächshaus

Gewächshäuser sind als Schutzhütte ideal.
Abb. 21: Gewächshäuser sind als Schutzhütte ideal.
Foto von Dominik Müller
Im Innern lässt es sich leicht arbeiten.
Abb. 22: Im Innern lässt es sich leicht arbeiten.
Foto von Dominik Müller

Die Schutzhütte ist am sonnigsten Platz des Freigeheges platziert.

weiter zur Gewächshaus-Schutzhütte



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