Zurück zu Krankheiten

Herpes bei Schildkröten

Für eine Infektion mit Herpesviren sind im Grunde alle Schildkrötenarten empfänglich. Besonders häufig sind jedoch Landschildkröten betroffen. Herpesvirose kann nach Einbringung in einen Bestand innerhalb kürzester Zeit zu massiven Ausfällen führen. Eine Infektion mit dem Herpesvirus ist nicht heilbar! Eine einmal infizierte Schildkröte ist somit lebenslänglich Träger und Ausscheider des Virus und dadurch ein ernstzunehmendes Risiko für alle anderen Schildkröten!

Symptome (Krankheitsbild)

Folgende Symptome können sowohl einzeln als auch simultan (gleichzeitig) auftreten. Auch ein Ausbleiben von Symptomen ist möglich, was vor allem zu Beginn der Erkrankung der Fall ist und das Übertragungsrisiko somit erhöht (deshalb unbedingt die Quarantäne bei Neuzugängen einhalten!!!)

  • Stomatitis (Entzündung der Mundschleimhäute)
  • Weißlich/Gelbliche Zungenbeläge
  • Blepharoödem (Anschwellung der Augenlider)
  • Inappetenz (bedingt durch Schnupfen und Entzündung)
  • Kachexie (starke Abmagerung)
  • Rhinitis (Nasenschleimhautentzündung, Schnupfen)
  • Pneumonie (Lungenentzündung)

Diagnose (Feststellung)

Mit Hilfe einer Blutprobe lassen sich Antikörper gegen Herpesviren nachweisen. Dies ist jedoch erst 6 bis 8 Wochen (bei manchen Tieren auch erst nach längerer Zeit) nach der Infektion möglich, da das Immunsystem diese Zeit benötigt, um Antikörper zu bilden.

Das Blut kann jedoch auch mittels Polymeraser Kettenreaktion (PCR-Test) untersucht werden. Hierbei wird direkt nach dem Virus gesucht. Diese Methode ist am teuersten, da sie auch am aufwändigsten ist.

Durch einen Abstrich von Zunge und Rachen kann der Virus ebenfalls direkt nachgewiesen werden. Allerdings ist dies nur möglich, wenn das Tier akut Symptome zeigt.

Therapie (Behandlung)

Herpesvirose ist nicht heilbar! Die Erkrankung kann nur symptomatisch behandelt werden. Primär sollte die Haltung optimiert, Stress vermieden und das Immunsystem durch Immunstimulantien unterstützt werden.

Die Behandlung erkrankter Schildkröten erfolgt in der Regel mit Aciclovir. Dies ist ein humanmedizinisches Medikament zur Behandlung von Herpesvireninfektionen.

Ätiologie (Ursache)

Die Ansteckung kann über sämtliche Körperflüssigkeiten erkrankter Schildkröten erfolgen.  Ein direkter Kontakt ist nicht zwingend notwendig. D. h., es kann auch zu einer Übertragung kommen, wenn die Schildkröten nur durch einen Zaun/Bretter getrennt sind.

Prophylaxe (Vorbeugung)

  • Neuzugänge immer mind. 1 Jahr in Quarantäne halten
  • Neuzugänge separat überwintern
  • etwa einen Monat nach dem Einzug des Neuzuganges werden bei uns die ersten Untersuchungen durchgeführt. Die zweiten Untersuchungen erfolgen ein Jahr später, ca. einen Monat nach der absolvierten Winterstarre. Sind alle Untersuchungen „ohne Befund“, kann das Tier in die Gruppe integriert werden.

Prognose (Aussicht auf Heilung)

Herpesvirose ist nicht heilbar. Die Erkrankung kann nur symptomatisch behandelt werden. Primär sollte die Haltung optimiert, Stress vermieden und das Immunsystem durch Immunstimulantien unterstützt werden.

Bei Vorliegen einer Herpesvirose kann ein Therapieversuch mit den entsprechenden antiviralen Medikamenten gestartet werden. Oftmals können die Tiere bei optimaler Haltung (nach Behandlung und Besserung der Smyptome) ein fast sorgenfreies Leben führen. Bei einer deutlichen Verschlimmerung des Zustandes (ständige Atemnot, keine Nahrungsaufnahme mehr, apathischer Zustand), sollte aber auch über das Einschläfern des betroffenen Tieres nachgedacht werden.

Übertragung (Ansteckungsgefahr)

Die Ansteckung kann über sämtliche Körperflüssigkeiten erkrankter Schildkröten erfolgen.  Ein direkter Kontakt ist nicht zwingend notwendig. D. h., es kann auch zu einer Übertragung kommen, wenn die Schildkröten nur durch einen Zaun/Bretter getrennt sind.

Die Herpesvirose ist hochgradig ansteckend für andere Schildkröten. Sie ist jedoch nicht auf den Menschen übertragbar, da es sich um artspezifische Herpesviren handelt.

Teilen: