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Wissenswertes
über Schildkröten
Bereits
seit etwa 250 Millionen Jahren, als es noch keine Säugetiere,
Vögel, Schlangen oder Krokodile gab, bevölkerten
Schildkröten mit vollständig ausgeformten
Panzern als Zeitgenossen der Dinosaurier die Erde.
Was
ist überhaupt eine Schildkröte?
Schildkröten
gehören neben den Krokodilen (Crocodylia),
den Schnabelköpfen (Rhynchocephalia)
und den Schuppenkriechtieren (Squamata)
zur Klasse der Reptilien (Reptilia).

Was
macht ein Reptil eigentlich aus?
Reptilien atmen über Lungen, haben
trockene Schuppenhaut, ein lebenslanges Wachstum (sind
also theoretisch gesehen niemals ausgewachsen), kommen
mit allem Überlebenswichtigen auf die Welt und
sind sofort auf sich allein gestellt, haben kein Larvenstadium,
befruchten sich innerlich und sind wechselwarm (poikilotherm).
Thermoregulation
der Schildkröte
Da Schildkröten zu den wechselwarmen
(poikilothermen) Tieren gehören, können
sie ihre Körpertemperatur nicht (wie Säuger)
selber regeln, sondern sind auf die Umgebungstemperatur
und vor allem die wärmende Sonne angewiesen. Die
Körpertemperatur passt sich also der Umgebungstemperatur
an, wie folgendes Diagramm deutlich macht:

<Man
sieht deutlich, dass die Körpertemperatur der Säugetiere
konstant bleibt, die der Schildkröten hingegen, sich
an die Umgebungstemperatur anpasst.
Wie
erwärmen sich Schildkröten?
Das Aufwärmen wird in der Natur
durch die Sonne ermöglicht. Schildkröten positionieren
sich beim Sonnenbad optimal unter der Wärmequelle.
Dabei strecken sie die Extremitäten von sich, sodass
sie eine möglichst große Fläche zum
"tanken" der Wärme nutzen können.
Einige Schildkrötenarten (die meist aus höheren
und somit kühleren Regionen kommen) machen sich
zusätzlich ihre dunkle Färbung zu Nutzen,
denn dunkle Flächen erwärmen sich schneller
als helle Flächen.
Die Vorzugstemperatur, bei der
alle lebenswichtigen Vorgänge im Körper (wie
z. B. der Stoffwechsel) optimal ablaufen, liegt bei
Schildkröten zwischen 35°C und 37°C. Damit
sich die Tiere auf diese Temperatur erwärmen können,
ist eine lokale Aufwärmmöglichkeit von ca.
40°C erfoderlich.
Man
unterteilt die Körpertempemteratur in verschiedene
Sektoren (siehe rechts).
Alle Temperaturen, die außerhalb der Toleranzgrenze
liegen, sind für die Schildkröten auf Dauer
eine Gefahr. Die Spanne zwischen Vorzugstemperatur und
unterer Toleranzgrenze ist wesentlich größer
als die Spanne zwischen Vorzugstemperatur und oberer
Toleranzgrenze.

Der
Panzer bildet das entscheidende anatomische Charakteristikum
der Schildkröten, die mit dem biologischen Namen
Testudines als eine Ordnung zusammengefaßt
wird. Kein anderes Wirbeltier hat einen derartigen Schutzpanzer
entwickelt. Der zweiteilige Schildkrötenpanzer
besteht aus 59-61 Knochen, ist also ein Teil ihres Skeletts.
Rücken- und Bauchschild sind beiderseits durch
vom Bauchschild ausgehende Knochenbrücken verbunden.
Die Knochen des Rückenschildes gehen aus den obersten
(dermalen) Schichten der Haut hervor. Meistens ist der
Panzer mit Hornschildern, seltener mit einer lederartigen
Haut bedeckt. Der Bauchschild wird von bestimmten Knochen
des Schultergürtels (Schlüsselbein und Zwischenschlüsselbein)
und den Bauchrippen gebildet. Die Bauchrippen kommen
sonst nur noch bei den Krokodilen und Brückentieren
vor und belegen die nahen Verwandtschaftsbeziehungen
dieser Tiergruppen.
Dieser
schützende Panzer hat den Schildkröten über
viele Erdzeitalter hinweg das Überleben gesichert,
ist aber auch die Ursache für ihre geringe Vielfalt
an Formen. Der Schutz durch den Panzer ist nahezu perfekt.
Beispielsweise kann die Griechische Landschildkröte
Kopf und Beine vollständig in ihren Panzer einziehen,
während nur die derbe und beschuppte Haut der Beine
nach außen zeigt. Die Dosenschildkröte kann
sogar den quergeteilten Bauchpanzer zugbrückenartig
vorne und hinten hochziehen und ist damit vollständig
"dicht" in ihrem Panzer verpackt. Diese Arten
zählen zu den Halsbergern (sie können also
ihren Hals vollständig im Panzer verbergen). Daneben
gibt es noch Halswender, wie z. B. die Schlangenhalsschildkröte,
die ihren Hals und Kopf nur seitlich unter den Panzer
anziehen können.
Zwischen
den einzelnen Panzerschilden, dort, wo sich beim Wachstum
der Schildkröten helle Zonen bilden, ist die Knochenhaut
der Tiere jedoch völlig ungeschützt. Sie ist
hoch empfindlich für Schmerzen!. An diesen oft
fälschlich als "Jahresringe" bezeichneten
Wachstumsringen lässt sich nicht das Alter einer
Schildkröte ablesen. Sie geben lediglich Auskunft
über die Wachstumsschübe des Panzers. Grob
lässt sich das Alter einer Schildkröte anhand
ihrer Größe abschätzen. In der Regel
hat eine Schildkröte nach drei Jahren ein Drittel
ihrer Endgröße erreicht, nach weiteren drei
Jahren zwei Drittel. Dies ist jedoch nur eine grobe
Abschätzung, da das Größenwachstum der
Tiere sehr stark von ihren Lebensbedingungen abhängt
und mit zunehmendem Alter stark abnimmt.
Die
ursprünglichen Schildkröten zeigten eine ausschließlich
amphibische Lebensweise, d. h., sie waren immer auf
Wasser als einen Lebensbereich angewiesen. Einige Schildkrötengruppen
haben sich jedoch zu vollkommenen Landbewohnern entwickelt.
Sie verbreiteten sich in Wäldern, Grasländern
und Wüsten. Sie werden mit insgesamt 41 verschiedenen
Arten heute als eine eigene Schildkrötenfamilie
zusammengefaßt, die Landschildkröten oder
Testudinidae. Sie leben auf allen großen
Landmaßen außer Australien und der Antarktis
in den Tropen und Subtropen. Die größte Landschildkröte
ist die Seychellen-Riesenschildkröte (Testudo
gigantea) mit einer Länge von bis zu 140 cm
und einem Gewicht bis zu 250 kg.
Welche
Arten gehören zu den mediterranen Landschildkröten?
Im
mediterranen Raum kommen 5 Landschildkröten-Arten
vor:
- Testudo
graeca (Maurische Landschildkröte)
- Testudo
hercegovinensis (Dalmatinische Landschildkröte)
- Testudo
hermanni (Griechische Landschildkröte)
- Testudo
kleinmanni (Ägyptische Landschildkröte)
- Testudo
marginata (Breitrandschildkröte)
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