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Stand: 07.08.2009

Unterbringung im Terrarium

Nach dem Schlupf werden hier die Jungen für ca. einen Monat untergebracht, um den Gesundheits- und Entwicklungsvorgang genau beobachten zu können. Danach werden sie bereits bis zum Herbst in ihrem UV-durchlässigen Frühbeet gehalten. Bezugsquelle: http://www.samenkiste.de

Ein Terrarium ist nur als Übergangsbehausung (z. B. auch bei Krankheit) vertretbar!

Das hier vorgestellte Aufzuchtterrarium für Schlüpflinge war ursprünglich ein großer Schrank. Um ihn als Terrarium verwenden zu können, musste er lediglich mit dünner Teichfolie ausgelegt werden. So hat man ganz schnell und ohne hohen Kosten ein großes Terrarium für seine gepanzerten Vierbeiner geschaffen.

Größe und Platzierung des Terrariums

Das Terrarium ist 180 x 80 x 40 cm groß und in einer Ecke des Raumes platziert. Falls Sie ihr Terrarium aufgrund des Lichtes am Fenster platziert haben, so darf dort nicht gelüftet werden, da der entstehende Luftzug auf Dauer zu einer Erkältung führen kann!

Bodengrund für Landschildkröten

Grundsätzlich ist es ist wichtig, dass das verwendete Substrat leicht feucht zu halten ist, nicht schimmelt, trittfest ist, nicht staubt, neutral riecht und den Tieren beim Fressen nicht schaden kann.

Vor- und Nachteile der verschiedenen Substrate

Humose Gartenerde
+ natürliches Substrat, ohne Zusätze
+ kostet nichts (vorausgesetzt, man hat einen eigenen Garten)

+ leicht zu beschaffen (insb. wenn Maulwürfe den Garten bewohnen)
- in einigen Gebieten relativ lehmhaltig und klebrig

Anmerkungen: ideales Substrat, kann auch mit etwas Sand vermischt werden.

Aufzuchterde / Aussaaterde (z. B. Floraton-3)
+ lockeres Substrat

+ saugfähig
+ leicht feucht zu halten
- muss gefunden und erworben werden

Anmerkungen: Bitte darauf achten, dass keine Styroporkügelchen enthalten sind.

Rindenhumus (kein Rindenmulch!)
+ fast überall käuflich zu erwerben
+ lockeres Substrat

+ ebenfalls relativ saugfähig
- muss erworben werden

- leider oft noch Pestizidrückstände enthalten

Anmerkungen: Dieses Substrat sollte am besten mit normaler Gartenerde vermischt werden.

Kokosfaserhumus (keine Chips!)
+ überall käuflich zu erwerben
+ lockeres Substrat

+ sehr saugfähig
- muss erworben werden

- oft etwas zu säuerlich

Anmerkungen: Sollte mit etwas Kalk (z. B. feiner Kalksplitt) vermischt werden, um den ph-Wert auszugleichen.

Ungeeignete Substrate sind z. B.

  • Katzenstreu
    -> ist, wie der Name schon sagt, nur für die Katzentoilette geeignet.
  • Buchenholzspäne
    -> nicht saugfähig, nicht trittfest, schimmelt schnell, nicht grabfähig, kann die Tiere bei Verschlucken umbringen.
  • Heimtierstreu
    -> nicht feucht zu halten und schimmelt sehr schnell.
  • Sand (pur)
    -> kann pur zu einem Darmverschluss führen, daher bitte nur als Mischsubstrat verwenden
  • Heu / Stroh
    -> nicht feucht zu halten, schimmelt rasend schnell, nicht trittfest.
  • Tongranulat
    -> nicht trittfest, nicht grabfähig, schadet beim Aufnehmen.
  • Torf
    -> staubig, trocknet schnell aus, nicht ausreichend grabfähig.
  • Blumenerde
    -> zu stark gedüngt.
  • Zeitungspapier
    -> nicht grabfähig, nicht ausreichend saugfähig, unnatürlich, kann in größeren Mengen schaden.

Sinnvolle Versteck- und Klettermöglichkeiten

Es ist für das Wohlbefinden der Tiere äußerst wichtig, dass sie sich jederzeit in einen Unterschlupf zurückziehen können - nur dort fühlen sie sich sicher. Holzhütten bilden in Verbindung mit feuchtem Substrat oft Schimmel und sollten daher gemieden werden. Auch Steinhöhlen sind nicht sehr sinnvoll, da sich gerade Schlüpflinge daran leicht ihren Panzer verkratzen und aufscheuern könnten. Viel besser eignen sich Korkrindenröhren, durch die die Tiere auch mal hindurchlaufen und hinaufklettern können.

Halten sie in jedem Fall vom Kauf einer Heizhöhle oder eines -steines Abstand! Schildkröten verbinden nur Licht mit Wärme und suchen, wenn sie sich abkühlen wollen/müssen, immer eine schattige Zone oder ihre Versteck auf. Sie verstehen aber nicht, dass die Höhle beheizt ist und verbleiben im Inneren mit der Folgegefahr einer Überhitzung!

Bei den Schlüpflingen werden die Verstecke mit feuchtem Sphagnum-Moos ausgelegt, da dieses die Feuchtigkeit sehr gut hält.

Einige Steinbrocken und -platten sind ratsam, denn beim Hinüberlaufen nutzen sich die Krallen der Schildkröten auf natürlichem Wege ab und müssen nicht per Hand gekürzt werden.

Wasser- und Futterstelle

Als Trink- und Badeschale dient entweder ein flacher Tonuntersetzer, der allerdings glasiert sein sollte, damit er leichter zu reinigen ist, oder aber eine optisch ansprechendere Wasserschale. Diese muss täglich gereinigt und mit frischem Wasser befüllt werden. Schildkröten trinken zwar relativ selten, aber sie tun es - auch wenn sie ihre Schildkröten dabei nur selten beobachten können!

Eine große und glasierte Fließe dient als Futterstelle. So kann man Futterreste leicht entfernen und verhindert, dass diese sich mit dem Substrat vermischen.

Verschiedene "Klima-Zonen"

Das Terrarium muss in mind. zwei Zonen eingeteilt werden. Zum Einen in einen trockenen und warmen Bereich, wo sich die Tiere auch unter ihrem Strahler (siehe weiter unten) auf ihre Stoffwechseltemperatur von 35-37°C bringen können. Hier darf auch das Substrat trockener sein. Unter dem Strahler, welcher als Aufwärmemöglichkeit dienen soll, sollte eine flache Steinplatte platziert werden, damit sich die Wärme gleichmäßig verteilen kann. Zwischen Steinplatte und dem Strahler muss eine lokale Temperatur von 40 - 45°C erzeugt werden.

Zum Anderen muss auch eine feuchte und kühlere Zone vorhanden sein, wo sich die Tiere abkühlen und schlafen können. Dieser Bereich muss stets feucht gehalten werden, da die Tiere beim Schlafen im Substrat auch über die Haut und Kloake Flüssigkeit aufnehmen müssen. Die oben genannten Versteckmöglichkeiten sind logischerweise in der kühleren Zone anzubringen.

Empfehlenswerte Beleuchtung

  • HQI-Strahler (mind. 70 Watt) als Wärmequelle und zur Ausleuchtung des Terrariums
  • ZooMed Powersun (160 Watt) oder Osram Ultra Vitalux (300 Watt) als UV-B-Quelle

Näheres zur richtigen Beleuchtung erfahren Sie auf der eigenen Seite!

Bepflanzungsmöglichkeiten

Natürlich sollten ein paar Pflanzen auch nicht fehlen. Diese erhöhen die Luftfeuchtigkeit und sorgen auch allgemein für ein besseres Klima. In meinem Terrarium befinden sich folgende Pflanzen: Aloe vera, Zimmer-Hibiskus Hibiscus, Grünlilie Chlorophytum, Golliwoog Callisia repens, Bubiköpfchen Helxine soleirolii, Efeutute Epipremnum aureum und ein paar Grasbüschel.

Außerdem habe ich noch einen Blumenkasten an den Rand des Terrarium gehängt. Darunter ist es immer feucht und schattig, sodass die Tiere diesen Platz zum Schlafen bevorzugen. Die herunterwachsenden Triebe können später von den Tieren abgefressen werden.



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