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Wachstum
- weniger ist mehr!
Schildkröten
haben im Jahr einige Wachstumsschübe die von der
Jahreszeit und dem vorhandenen Futter abhängig
sind. Das heißt, dass sich während eines
Jahres mehrere neue Wachstumsringe bilden. Mit zunehmendem
Alter verlangsamt sich diese Bildung bis auf ein Minimum.
Somit wachsen Landschildkröten, wie alle Reptilien,
theoretisch gesehen ihr ganzes Leben lang, erreichen
aber ihre Endgröße mit 15-20 Jahren. Danach
ist das jährliche Wachstum so gering, dass man
es nicht mehr wahrnimmt.
Da
das Wachstum immer von der jeweiligen Art bzw. Unterart
und Form abhängig ist und selbst bei Tieren aus
dem gleichen Gelege enorme Abweichungen möglich
sind, kann man hier auch keine festen Angaben machen.
Gerade
bei Jungtieren, die noch im vollen Wachstum sind, ist
eine zurückhaltende Fütterung das A und O,
denn Schildkröten können ihr Wachstum in menschlicher
Obhut nur selber kontrollieren, wenn sie ihnen ein artgerechtes
und natürliches Freigehege in ausreichender Größe
zur Verfügung steht. In einem solchen Freigehege
sind im Idealfall die Futterpflanzen immer im Überschuss
vorhanden, sodass die Tiere nicht das Bedürfnis
haben alles sofort aufzufressen. Vielmehr sind Schildkröten
Weidegänger, die hier und dort mal einen Happen
abfressen und weitergehen.
Im
Terrarium hingegen ist die Situation eine andere. Dort
stehen den Tieren nicht immer Futterpflanzen im Überschuss
zur Verfügung, sondern hier werden sie von Hand
gefüttert, was bei Schildkröten die "Fressgier"
auslöst, zumal sie auch nicht wissen, wann das
nächste Mal Futter angeboten wird. Gerade bei der
Gruppenhaltung von Jungtieren kommt es zu einem regelrechten
Konkurrenzverhalten - bevor es ein anderer Artgenosse
frisst, fresse ich es lieber... Im Terrarium muss daher
darauf geachtet werden, dass die Tiere nur etwa 10 Minuten
am Tag ballaststoffreiche und karge Nahrung aufnehmen
dürfen. Dies ist keine Hungerkur, sondern soll
nur dafür sorgen, dass die Tiere nicht zu viel
an Nahrung aufnehmen, was zu einem schnellen und ungesunden
Wachstum führen würde. Es ist keinesfalls
so, dass die Tiere dann hungern würden, wie Einige
jetzt vielleicht denken! Landschildkröten kommen
im Vergleich mit nur ca. 1/8 der Nahrungsmenge aus,
die ein Säugetier benötigt.
Schildkröten
brauchen für die Verdauung 1,5 bis 3 Wochen - solange
liegt also auch Nahrungsbrei im Verdauungstrakt vor,
sodass die Tiere nicht hungern.
Häufig
wird in Foren folgende Frage gestellt: Ist meine
Schildkröte zu schwer für ihr Alter?
Diese
Frage kann man nicht so ohne weiteres beantworten, denn
es kommt immer darauf an, wie alt das Tier ist und auch
welcher Art und Unterart es angehört.
Die
nachfolgenden Diagramme können nur als kleine Hilfs-Richtlinie
genutzt werden, aber Abweichungen sind völlig normal.
Denn zum Einen kommt das Wachstum immer auf die Herkunft
des Tieres an und zum anderen kann man ein Tier, welches
in den ersten Jahren zu gut ernährt wurde, nicht
einfach bis zu dem Gewicht runterhungern lassen, dass
auf dem Diagramm für das Alter "durchschnittlich"
ist!
Maximale Gewichtszunahme
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Bis
zum 1. Herbst: 100 % des Schlupfgewichtes
Bis zum 2. Herbst: 50 % des Vorgewichtes
Bis zum 3. Herbst: 50 % des Vorgewichtes
Bis zum 4. Herbst: 50 % des Vorgewichtes
Bis zum 5. Herbst: 50 % des Vorgewichtes
Bis zum 6. Herbst: 50 % des Vorgewichtes
Danach verringert sich die prozentuale Zunahme
stetig...
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