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Stand: 13.08.2009

Wachstum - weniger ist mehr!

Schildkröten haben im Jahr einige Wachstumsschübe die von der Jahreszeit und dem vorhandenen Futter abhängig sind. Das heißt, dass sich während eines Jahres mehrere neue Wachstumsringe bilden. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich diese Bildung bis auf ein Minimum. Somit wachsen Landschildkröten, wie alle Reptilien, theoretisch gesehen ihr ganzes Leben lang, erreichen aber ihre Endgröße mit 15-20 Jahren. Danach ist das jährliche Wachstum so gering, dass man es nicht mehr wahrnimmt.

Da das Wachstum immer von der jeweiligen Art bzw. Unterart und Form abhängig ist und selbst bei Tieren aus dem gleichen Gelege enorme Abweichungen möglich sind, kann man hier auch keine festen Angaben machen.

Gerade bei Jungtieren, die noch im vollen Wachstum sind, ist eine zurückhaltende Fütterung das A und O, denn Schildkröten können ihr Wachstum in menschlicher Obhut nur selber kontrollieren, wenn sie ihnen ein artgerechtes und natürliches Freigehege in ausreichender Größe zur Verfügung steht. In einem solchen Freigehege sind im Idealfall die Futterpflanzen immer im Überschuss vorhanden, sodass die Tiere nicht das Bedürfnis haben alles sofort aufzufressen. Vielmehr sind Schildkröten Weidegänger, die hier und dort mal einen Happen abfressen und weitergehen.

Im Terrarium hingegen ist die Situation eine andere. Dort stehen den Tieren nicht immer Futterpflanzen im Überschuss zur Verfügung, sondern hier werden sie von Hand gefüttert, was bei Schildkröten die "Fressgier" auslöst, zumal sie auch nicht wissen, wann das nächste Mal Futter angeboten wird. Gerade bei der Gruppenhaltung von Jungtieren kommt es zu einem regelrechten Konkurrenzverhalten - bevor es ein anderer Artgenosse frisst, fresse ich es lieber... Im Terrarium muss daher darauf geachtet werden, dass die Tiere nur etwa 10 Minuten am Tag ballaststoffreiche und karge Nahrung aufnehmen dürfen. Dies ist keine Hungerkur, sondern soll nur dafür sorgen, dass die Tiere nicht zu viel an Nahrung aufnehmen, was zu einem schnellen und ungesunden Wachstum führen würde. Es ist keinesfalls so, dass die Tiere dann hungern würden, wie Einige jetzt vielleicht denken! Landschildkröten kommen im Vergleich mit nur ca. 1/8 der Nahrungsmenge aus, die ein Säugetier benötigt.

Schildkröten brauchen für die Verdauung 1,5 bis 3 Wochen - solange liegt also auch Nahrungsbrei im Verdauungstrakt vor, sodass die Tiere nicht hungern.

Häufig wird in Foren folgende Frage gestellt: Ist meine Schildkröte zu schwer für ihr Alter?

Diese Frage kann man nicht so ohne weiteres beantworten, denn es kommt immer darauf an, wie alt das Tier ist und auch welcher Art und Unterart es angehört.

Die nachfolgenden Diagramme können nur als kleine Hilfs-Richtlinie genutzt werden, aber Abweichungen sind völlig normal. Denn zum Einen kommt das Wachstum immer auf die Herkunft des Tieres an und zum anderen kann man ein Tier, welches in den ersten Jahren zu gut ernährt wurde, nicht einfach bis zu dem Gewicht runterhungern lassen, dass auf dem Diagramm für das Alter "durchschnittlich" ist!

Maximale Gewichtszunahme

Bis zum 1. Herbst: 100 % des Schlupfgewichtes
Bis zum 2. Herbst: 50 % des Vorgewichtes
Bis zum 3. Herbst: 50 % des Vorgewichtes
Bis zum 4. Herbst: 50 % des Vorgewichtes
Bis zum 5. Herbst: 50 % des Vorgewichtes
Bis zum 6. Herbst: 50 % des Vorgewichtes
Danach verringert sich die prozentuale Zunahme stetig...



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